m die Atmosphäre eines Naturgartens hautnah erlebbar zu machen, hat die Regionalgruppe des Naturgartenvereins auf dem Spinelli-Gelände in Mannheim einen Natur-Entdecker-Garten angelegt, der Besucher*innen zum Beobachten und Verweilen einlädt. Entstanden ist der Garten im Rahmen der BUGA23 und wird nun ab April 2026 an zwei Wochenenden im Monat öffentlich zugänglich sein. Mitglieder des Naturgartenvereins stehen dann dort für Fragen zur Verfügung.
„Jeder Quadratmeter zählt.“
Was dieser Ort eindrücklich beweist, ist, dass auch auf einem ehemaligen Kasernengelände umgeben von dicht besiedelten Wohngebieten im städtischen Ballungsraum, eine naturbetonte Oase voller Leben entstehen kann. In diesem strukturreichen, wohlmodulierten Konzept von Birgit Helbig sind alle Elemente eines Naturgartens integriert.
Die Erlebnisqualität eines Gartens wird maßgeblich von der Wegeführung beeinflusst. Auf der Wanderung durch den Garten lenkt der Weg die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Bereiche, mal weitet sich der Blick in die Ferne, mal rückt ein Detail in den Fokus. Besonders gesteigert wird diese Wirkung durch die Topografie. Das Abfallen und Ansteigen des Geländes vergrößert den Garten scheinbar, denn die Wegstrecke verlängert sich und die Überhöhung versperrt den Blick und steigert die Neugier auf das, was dahinterliegt. Ein Garten, der sich nicht auf den ersten Blick offenbart, sondern zum Spaziergang und Entdecken reizt, ist spannungsvoll und interessant.
Wasser und Trockenmauern sind wichtige Gestaltungselemente und Lebensräume. Da Wasser naturgemäß in die Tiefe fließt, ist es sinnvoll, einen Teich an der tiefsten Stelle des Gartens anzulegen. Im Natur-Entdecker-Garten wurde ein abgesenkter Bereich gestaltet, in dessen Tiefe ein Teich liegt. Umgeben ist dieser von Terrassen, die mit Trockenmauern gestützt werden. In dieser schluchtartigen Situation entsteht ein Gefühl der Abgeschiedenheit und Naturverbundenheit, eine echte Kraft-Tankstelle.
Wer sich oft fragt, wohin mit dem Gehölzschnitt im Herbst, findet hier eine gute Anregung. Äste und Zweige können aufgeschichtet als Abgrenzung verwendet werden. So kann Ordnung und zugleich Lebensraum geschaffen werden, denn Totholz ist wichtig für Insekten und Kleintiere. Zaunkönige, Igel und Ringelnattern verstecken sich darin gerne, Insekten können sich Baustoffe holen oder in Hohlräume einziehen. Da das untere Holz in Verbindung mit der Erde verrottet, sackt der Haufen allmählich zusammen und kann immer wieder von oben neu bestückt werden. Sowohl feuchtes als auch trockenes Totholz haben ökologische Bedeutung für unterschiedliche Arten.
Bei der Eidechsenburg sind einige wichtige Biotopstrukturen kombiniert. Eine hohlraumreiche Steinschüttung im Boden dient als Versteck und Überwinterungsort. Oberirdisch liegende Steine heizen sich in der Sonne auf und werden als Aufwärmplätze genutzt. Stehendes Totholz wird von Insekten, vor allem Wildbienen, besiedelt. In einer dicken Sandschicht legen Eidechsen Ihre Eier ab, dort finden aber auch spezielle Wildbienen ein Zuhause. Ein Gewirr aus toten Ästen und locker wachsenden Pflanzen schützen Eidechsen vor Fraßfeinden. Dieser multifunktionale Lebensraum kann auch in kleinen Gärten gut untergebracht werden und ist sowohl räumlich als auch ästhetisch anpassungsfähig, also auf alle Fälle eine kreative Bereicherung!
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